Manchmal gibt es Landschaften, die kann man gar nicht beschreiben. Wir stehen einfach nur da, ehrfurchtsvoll, und staunen. 3000 bis 4000 Meter hohe Berge umgeben uns und tragen manchmal das ganze Jahr über Schnee. Die Pässe Grimsel, Furka, Gotthard, Nufenen – alles Namen, die vom grossen Abenteuer Alpen künden, von einer Zeit, als die Wege über die Berge noch steinig waren und eine Passüberquerung das pure Erlebnis. Selbst der deutsche Dichter Goethe hatte Mühe, als er sich vor über 200 Jahren im Schneesturm über die Furka plagte. Heute sind die Pässe asphaltiert und damit ein Eldorado für Biker oder Radfahrer. Wer lieber zu Fuss unterwegs ist, entdeckt blühende Bergwiesen und geniesst atemberaubende Landschaften. Im Hintergrund leuchtet der Rhonegletscher, aus dem schon bald ein quicklebendiges Flüsschen wird: die junge Rhone – der „Rotten“. Wenn Sie hier eine Flaschenpost einwerfen, könnte man sie mit etwas Glück irgendwann im Mittelmeer finden.

Aber nicht nur die Landschaft macht das Obergoms so einzigartig. Kaum in einer anderen Region der Alpen finden Sie so viele ursprüngliche kleine Holzhäuser, die im typischen Walserstil erbaut sind. Da gibt es Gebäude, in denen noch der Stall für die Tiere im Erdgeschoss war und damit gleichzeitig als Bodenheizung für die obere Etage diente. Und wie auf Stelzen stehen die manchmal nur drei Meter breiten Kornspeicher, die von steinernen Platten vor Mäusen geschützt werden. Die jahrhundertealten Häuser verleihen dem Goms einen ganz eigenen Charme. Es gibt keine hochmodernen Skihotels oder Bettenburgen, keine gestressten Gastwirte. Die Uhren im Goms gehen ein wenig langsamer als anderswo. Man braucht nicht lange suchen, um sich zu entspannen. Ruhe und Frieden haben hier eine ganz eigene Bedeutung.